Monatsarchiv für August 2009

Thema der Woche. Nicht nur im Wahljahr 2009

Katarina Peranic 26. August 2009

Demokratische Mitbestimmung ist

jeder Zeit möglich

Seit Wochen prangen Wahlplakate an Laternenmasten, werben Parteien in Fernsehspots, Talkshows, Zeitungen und Beilagen für ihre politischen Ziele. Per Post zugestellte persönliche Wahlbenachrichtigungen erinnern an den Abstimmungstermin, den jeder durch das im Grundbuch festgeschriebene Recht auf demokratische Mitbestimmung wahrnehmen darf.  Doch nicht nur im Rahmen des Wahljahres 2009 haben Bürger die Chance, aktiv auf Veränderungen auf kommunaler wie Landesebene Einfluss zu nehmen.

Überall in Deutschland gibt es zahlreiche Möglichkeiten, parteienunabhängig die Geschicke der Gemeinde, Stadt oder des Landkreises in allen Bereichen der Kommunalpolitik mit zu lenken. Unter „Demokratie“ in der Suchanfrage auf unserer Plattform finden sich bundesweit praktische Beispiele gelebter Demokratie. Sie zeigen nachahmenswerte Wege auf, wie sich Bürger gleich welchen Alters ehrenamtlich für Veränderungen auf kommunaler Ebene engagieren und infrastrukturelle wie auch soziale Verbesserungen bewirken können.

In Nordhorn verschaffen sich beispielsweise 12- bis 18-jährige Stadtteilvertreter Gehör bei den Ratsherren der Stadt. Beim Projekt der Kinder- und Jugendbeteiligung Nordhorn debattieren Kinder und Schüler beispielsweise in Jugendforen über dringend nötige Veränderungen und beeinflussen mit Vorschlägen aktiv kommunale und demokratische Entscheidungen. Mit den daraus resultierenden Projekten vom Einrichten geeigneter Jugendplätze bis hin zur Planung eines eigenen Bahnhofs, die sie mit verschiedenen Partnern umsetzen, forcieren sie zugleich die Vernetzung von Kirchen, Vereinen und Jugendorganisationen.

Mit der Initiative Barrierefreies Leben in Bad Arolsen schaffen es Bürger, die Entscheidungsträger der Stadt für Alltagsprobleme alter und behinderter Menschen zu sensibilisieren und zu infrastrukturellen Lösungen zu bewegen. Sie erreichen, dass Sozial- und Bauamt vermeidbare Hürden im Stadtgebiet beseitigen, öffentlichen Institutionen praktische Umbauarbeiten planen und mobilisieren alle Einwohner, Auffälligkeiten den Behörden zu melden.

In Reutlingen entscheiden Bürger im Rahmen des selbst initiierten Spendenparlaments über die Vergabe finanzieller Mittel für soziale Projekte. In Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung entscheiden die Einwohner, welche Kinder-, Jugend-, Senioren- oder Gesundheitsprojekte mit Zuschüssen gefördert werden und nehmen mit öffentlichen Abstimmungen aktiv Einfluss auf die soziale Gestaltung ihrer Stadt.

Thema der Woche: Wie löst man Betreuungsengpässe?

Katarina Peranic 19. August 2009

Regionale ehrenamtliche Hilfen

für Kinder und Eltern

Der wichtigste Garant für Eltern, einer geregelten Berufstätigkeit nachgehen zu können, ist die gesicherte Betreuung ihrer minderjährigen Kinder während der Arbeitszeit. Gerät diese durch Schließzeiten der Kita, saisonbedingte Arbeitszeitverlagerung, die eigene oder Krankheit des Kindes ins Wanken, sind Eltern auf schnelle Hilfe angewiesen. Zum Retter in der Not werden dann Netzwerke, die oft durch das vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend angeregte lokale Bündnis für Familie entstanden. Deutschlandweit sind ehrenamtliche Helfer täglich bereit, berufstätigen Eltern zur Seite zu stehen. Unter Kinderbetreuung in der Suchabfrage auf der Online-Plattform weltbeweger sind bundesweit Projekte freiwilliger Akteure beschrieben, die auf verschiedenartige Weise Eltern unterstützen und ihnen bei zeitlichen Engpässen einen Ausweg bieten bzw. die Tipps zur Gewinnung von Betreuungsressourcen und zur Errichtung regionaler Strukturen geben.

Ein Modellprojekt des Vereins Rügen tut gut sorgt beispielsweise mit einer Kinderbetreuung auch am Wochenende und in den Abendstunden dafür, dass Kinder bis zum 10. Lebensjahr gut versorgt sind, wenn die Eltern sich um die Touristen kümmern, die auf der Insel ihre Freizeit genießen.

Das Projekt Kinderbetreuung Velbert beschreibt vielseitige Hilfsangebote für Eltern, um Beruf und Familie in Einklang zu bringen. Ein Netzwerk aus Unternehmen, Verbänden, Vereinen und sozialen Initiativen ermöglicht beispielsweise die Kinderbetreuung im Krankheitsfall durch qualifizierte Tagesmütter, die häufig von allein Erziehenden in Anspruch genommen wird.

Die Initiatoren der Zeitbrücken Hanau gehen sogar ein Stück weiter: Hier ist die ehrenamtliche Betreuung der Kinder in den Randzeiten unmittelbar vor und nach Kitaschluss gepaart mit Familienanschluss: Ähnlich dem Wunschgroßeltern-Prinzip verbindet das Noteltern-Programm der Stadt jeweils drei Generationen und schafft dauerhafte Kontakte.

Thema der Woche: Noch keinen Ausbildungsplatz?

Stiftung Bürgermut 10. August 2009

Deutschlandweit sind Jobhelfer für Schulabgänger 2009 im Einsatz

In wenigen Tagen ist es so weit: Tausende Schulabgänger beginnen ihre Ausbildung. Doch nicht allen glückt der Start ins Berufsleben. Jährlich bleibt jeder siebte Jugendliche in Deutschland ohne Lehrstelle. Für die betroffenen Schulabgänger heißt das: Aktiv weiter suchen und die Zeit bis zum nächsten Vorstellungsgespräch beim potentiellen Ausbildungsbetrieb nutzen, um sich fit für die Bewerbung zu machen und eventuelle Lerndefizite auszugleichen.

Hierbei hilft die Bundesagentur für Arbeit mit zahlreichen Programmen zur Jobwahl, zum Bewerbungscoaching sowie praktischen Vorbereitungskursen auf den Start in einen Wunschberuf und alternativen Bildungsangeboten. Daneben gibt es deutschlandweit eine Reihe ehrenamtlicher Hilfsangebote für Schulabgänger, die bislang ohne Ausbildungsplatz da stehen. Unter „Beruf(ung) und Arbeitswelt“ in der Suchanfrage auf der Online-Plattform Weltbeweger finden sich bundesweit Projekte, die Wege aufzeigen, Jugendliche in Ausbildungsplätze zu vermitteln bzw. die Tipps zum Job-Coaching, zur Gewinnung von Ausbildungsressourcen und regionalen Vermittlungsoffensiven geben.

Das Netzwerk Ausbildung st.ar.k Weiterstadt bündelt beispielsweise ehrenamtliche Mitarbeiter aus Unternehmen, Schulen und Kirchen, die als Jobvermittler fungieren.

Die Jobfinder Hamburg riefen die „Koordinierungsstelle Ausbildung“ ins Leben, um speziell Hauptschülern mit schlechter Vermittlungsprognose durch Einsätze in verschiedenen Unternehmen Praxiserfahrungen zu vermitteln und erste Kontakte zu potentiellen Lehrbetrieben herzustellen.

Die Projektbeteiligten des Jobcoaching Tuttlingen ermöglichen benachteiligten Jugendlichen eine persönlichkeitsfördernde Ausbildung mit sozialpädagogischer Betreuung durch Sozialarbeiter.

Sabine Henkel

Mission und Vision: Das ist der Weltbeweger

Stiftung Bürgermut 3. August 2009

Die folgenden Fragen und Antworten beschreiben den Zweck und die Hintergründe der Weltbeweger-Plattform.

Warum diese Plattform?

Die gemeinnützige, unabhängige und überparteiliche Stiftung Bürgermut hat die Weltbeweger-Plattform entwickelt, damit innovative Modelle engagierter Bürger nicht nur am Ort ihres Entstehens wirken. www.weltbeweger.de ist eine Wissens- und Erfahrungsbörse. Die Plattform will dazu beitragen, dass engagierte Menschen schnell und unkompliziert voneinander lernen.

Wie funktioniert das?

Die Stiftung Bürgermut hat in ganz Deutschland zahlreiche besonders kreativ gemachte und erfolgreiche Ideen von Bürgern für Bürger gesammelt und beschrieben. Diese spannenden und hilfreichen Projektbeschreibungen bilden den Kern dieser Plattform. Sie bieten Anregung und praktische Tipps zum Mit- und Nachmachen.

Engagement-Wiki und Bürger-Community zugleich www.weltbeweger.de integriert zwei moderne Internetanwendungen auf einer Plattform. In einem „Engagement-Wiki“ können kreative Bürger ihre „Wege“ selbst veröffentlichen. Umgekehrt finden andere Engagierte dort Tipps und Anregungen. Zugleich bietet die Plattform alle Funktionen eines Sozialen Netzwerks. Sie können sich ein Profil anlegen, sich mit anderen Engagierten verbinden, sich in Interessengruppen organisieren und online zusammen arbeiten.

Was ist ein Weltbeweger?

Weltbeweger – so nennen wir Menschen, die einen eigenen Weg gefunden haben, die Lebensverhältnisse in ihrem Umfeld zu verbessern. Dabei ist es nicht wichtig, ob Ihr Weg im Sozialen, in der Kultur, im Umweltschutz, in der Bildung oder einem anderen Bereich hilft. Ihr Weg steht in keinem Gesetz und in keinem Handbuch einer großen Organisation. Sie haben eine bürgerschaftliche Aktivität zum Wohl der Allgemeinheit mit Mitstreiterinnen und Mitstreitern selbst auf die Beine gestellt. Sie sind ein Weltbeweger.

Wie profitieren Weltbeweger?

Wer vor Ort etwas positiv bewegen möchte, ist oft auf sich gestellt. Warum eigentlich? Bestimmt wurde das Problem anderswo schon einmal gelöst. Die Weltbeweger-Plattform ist der Ort, an dem „Macher“ wertvolle Tipps und Ideen anderer Praktiker finden. Und wer seine Erfahrungen als Weltbeweger mit anderen Aktiven teilt, macht sich und sein Modell bekannter. Medien, Politik und Wirtschaft nutzen die Plattform als Fundgrube.

Wie kann ich hier selbst aktiv werden?

Diese Plattform lädt zum Mitmachen ein. Wer selbst ein Projekt betreibt, das auf originelle und erfolgreiche Weise dem Gemeinwohl dient, ist eingeladen, diesen „Weg“ auf der Weltbeweger-Plattform selbst zu beschreiben. Teilen Sie Ihre Erfahrungen aus der Praxis mit anderen Engagierten. Welche Projekte sich als „Weg“ auf dieser Plattform eignen, ist hier dargestellt.

Natürlich muss man nicht selbst einen Weg betreiben, um auf der Weltbeweger-Plattform aktiv zu sein. Im Sozialen Netzwerk, der Weltbeweger-Community kann sich jeder kostenlos anmelden und die Vernetzungs- und Kommunikationsfunktionen nutzen. Mehr dazu erfahren Sie hier.

Wer steckt dahinter?

Die Weltbeweger-Plattform ist eine Initiative der gemeinnützigen Stiftung Bürgermut. Die unabhängige und überparteiliche Stiftung hat dieses System des Wissens- und Erfahrungstransfers selbst entwickelt und betreibt die Plattform in eigener Verantwortung und unabhängig von Staat und Politik. Das Angebot ist kostenlos und werbefrei. www.weltbeweger.de verfolgt rein gemeinnützige Zwecke.