Katarina Peranic 11. September 2009
Lokale Zusammenschlüsse ehrenamtlicher Helfer sichern den Weg der ABC-Schützen
Schulstart überall in Deutschland. Verkehrsministerien appellieren an Autofahrer, jetzt besonders aufmerksam zu sein. Und bundesweit sind ehrenamtliche Verkehrshelfer im Einsatz, um die jungen ABC-Schützen sicher zur Schule zu begleiten. Verschiedene Zusammenschlüsse von Firmen, Eltern und vielen ehrenamtlich aktiven Bürgern sorgen dafür, dass der Schulweg sicherer wird und die traurige Bilanz von mehr als 100 000 Unfällen mit Schülern jährlich sinkt.
Doch nicht nur bundesweit präsente Verbände unterbreiten ihre Ideen, die Kindern die Teilnahme am Straßenverkehr erleichtert. Auf der unserer Plattform Weltbeweger finden sich bundesweit nachahmenswerte Beispiele, die Wege aufzeigen, wie sich Bürger gleich welchen Alters gerade zum Schulbeginn für die Interessen von Schülern einsetzen.
Mit Verkehrssicherheitstipps auf Verkaufstüten sorgen in Detmold Firmen dafür, dass der Schulweg sicherer wird. Die für alle Verkehrsteilnehmer gültigen Hinweise lieferte die Verkehrswacht, Bäcker finanzierten den Sonderdruck auf ihren Brötchentüten. Zusätzlich sorgten Detmolder Unternehmer dafür, dass Schulanfänger reflektierende Sicherheitswesten sowie Klickarmbänder erhalten.
Das Tarper Bündnis für Groß und Klein als Netzwerk verschiedener regionaler Unternehmer garantiert jedem Kind, das in eine missliche Alltagssituation gerät, auf ganz einfache Art und Weise Unterstützung. Ein Raupen-Aufkleber an verschiedenen Geschäften, Ämtern, Eisdielen und Servicestätten der Stadt signalisiert den Kindern: „Egal ob Du ein Pflaster brauchst oder den Bus verpasst hast – hier wird Dir geholfen!“ Die Bedeutung des Logos lernen die Kleinen schon in den Grundschulen und Kindergärten.
In Pfaffenrot bei Karlsruhe (Enzkreis) gehören Rageleien und gefährliche Streitsituationen im Schulbus der Vergangenheit an. Ausgebildet von Polizisten und Verkehrsunternehmen sorgen Acht- bis Zehnklässler ab der achten Klasse als Schulbusbegleiter für eine entspannte und gewaltfreie Fahrt zur Schule.
Tags: Ehrenamt, Schüler, Schulstart
Katarina Peranic 4. September 2009
Wie ehrenamtliche Helfer mit pfiffigen Ideen den Erhalt sichern
Neigt sich der Sommer dem Ende, stehen öffentliche Schwimmbäder in Deutschland auf dem Prüfstand. Auch andere kommunal finanzierte Objekte wie Bibliotheken und Jugendklubs werden einmal im Jahr einer Finanzanalyse unterzogen. Anhand von Finanz- und Bauzustands- sowie Aufwendungsanalysen entscheiden die Kommunen über den Fortbestand der Freizeiteinrichtung. Decken die Einnahmen nicht ausreichend den Kostenrahmen ab, droht oft das Aus. Denn die Gemeindekassen sind leer und die zur Verfügung stehenden öffentlichen Mittel reichen kaum aus, um die Kosten für den Erhalt der Bäder, Klubs und anderer öffentlicher Freizeitstätten aufzufangen.
Wie also die Schließung verhindern? Unterschriftenaktionen empörter Bürger sorgen zwar für eine Sensibilisierung der Öffentlichkeit, sind aber kein Allheilmittel, um das Schlimmste abzuwenden. Und einen Investor zu finden, der langfristig das finanzielle Budget für den Erhalt der beliebten Freizeitstätte sichert, ist ein schwieriges Unterfangen. Mit dem richtigen Konzept und vielen ehrenamtlichen Helfern kann es allerdings gelingen, infrastrukturelle Objekt zu bewahren. Das dokumentieren bundesweite Projekte bürgerschaftlichen Engagements, die auf der Online-Plattform Weltbeweger zu finden sind. Die unter „Schwimmbad“, „Bibliothek“ oder „Jugendklub“ in der Suchanfrage erscheinenden Wege zeigen auf, wie durch den gemeinsamen Einsatz von Einwohnern und regionalen Unternehmen Freizeiteinrichtungen der Bevölkerung erhalten bleiben.
Die Mitglieder des Fördervereins van Ameren Bad Emden beweisen beispielsweise, dass auch ohne einen Cent öffentlicher Förderung mit Schwimmbädern Gewinne statt Verlustgeschäfte möglich sind.
In Nienburg-Holtdorf reichten über 4000 Unterschriften nicht aus, die drohende Schließung des Freibades am Dobben abzuwenden. Erst die drastische Senkung der Unterhaltskosten mit Hilfe von ehrenamtlichen Einsatzkräften und eine pfiffige Idee der Mitglieder des Fördervereins brachte den Durchbruch: Die jetzigen Pächter des Schwimmbades verzaubern es jedes Jahr in eine 1200 Quadratmeter große künstliche Eisfläche und sorgen so für Besucherströme zu fast jeder Jahreszeit.
In der Stadtteilbibliothek Bremerhaven-Lehe waren kurzerhand alle Bücher ausgeliehen. Mit dieser pfiffigen Aktion verhinderten Schüler des Geschwister-Scholl-Gymnasiums die Schließung der Bibliothek. Der clevere Schachzug und ein selbst entwickeltes Drei-Säulen-Modell überzeugte die Politiker. Seither ist die Stadt nur noch für die Unterhaltungskosten zuständig. Betrieb und Buchausleihe übernehmen die Schüler ehrenamtlich gemeinsam mit dem Förderverein, dessen Vorsitz stets ein Schüler führt.
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