Projekt entdeckt: Raus aus der Community-Nische
Katarina Peranic 8. Juli 2010

In Bonn vermitteln Ruheständler ihr Know-how an Jugendliche. Warum nicht auch in Bremen? Diese einfache Frage erklärt schon das simple Ziel der Weltbeweger-Plattform: Sie soll hilfreiche Engagement-Modelle in die Fläche bringen. Wie der konzertierte Einsatz von Social Media dabei helfen kann, zeigt ein aktuelles Beispiel.
Über unsere Twitter- und Facebook-Aktivitäten promoteten wir die Bonner Initiative als „Weltbeweger des Tages“. Die Bremer Heimstiftung wurde so auf dieses Weltbeweger-Projekt aufmerksam. Sie stellte die Idee im eigenen Blog vor und kommentierte:
„Wir werden uns jetzt erstmal kundig machen, ob einige “Senior Experten” auch schon in Bremen im Einsatz sind. Ist doch eine super spannende Sache, die bestimmt auch für die Bremer Heimstiftung interessant sein könnte!“
So sollte das laufen! Das Beispiel zeigt aber auch, warum der isolierte Betrieb einer kleinen, feinen Community nicht ausreicht. Deswegen gilt es in den etablierten Communities präsent zu sein und die Weltbeweger-Projekte dort ebenfalls vorzustellen und mit Interessenten in Dialog zu treten. Die Weltbeweger-Community hilft dann im nächsten Schritt dabei, Interessenten und Projektinitiatoren zu vernetzen. Bei Bedarf auch ganz klassisch Offline .
Inzwischen gibt es in der Community über 700 Projekte, die erfolgreich umgesetzt, ein gesellschaftliches Problem lösen und übertragbar sind.
Ein Beispiel aus Wiesbaden: Seit 2004 stellt der Künstler Titus Grab in den Wohnvierteln in Wiesbaden mit gemischter Bevölkerungsstruktur seine Haltestellen für Kunst-Koffer auf. Jede dieser Haltestellen besucht er nach einem Fahrplan einmal wöchentlich mit seinem Handwagen voller Materialien zum Malen und Basteln, Werken und Töpfern. Für zwei Stunden können dann Kinder frei experimentieren. Nur auf Wunsch hilft der Künstler bei der Handhabung: „Richtig und falsch gibt es nicht, das lernen die Kinder schnell“, so Titus Grab. Jedes Kind wird im Tausch mit dem Kunstwerk um ein Autogramm gebeten, deren Dokumentation die Kinder ernsthaft verfolgen. Allein im ersten Jahr wurden 4.000 Kinder gezählt, die sich mit Eifer an seinen Kunstprojekten beteiligen.
Die Idee kam an und so gibt es heute die Kunstkoffer in Dresden, Berlin, Marburg, Mainz, Stendal, Gorinchem (NL) und ganz neu in Braunschweig.
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