Fundraising2.0 CAMP 2011
Katarina Peranic 26. Januar 2011
von Henrik Flor und Katarina Peranic
Das ehemalige Ungarische Kulturinstitut liegt direkt gegenüber vom Berliner Fernsehturm und versprüht einen sperrigen Charme – nackte Betonwände, 60er-Jahre-Dekor, gedimmtes Licht. Für einen Tag wurde die Independent-Location zum Fundraising-Zentrum der Republik. Rund 250 Fundraiser reisten an, um sich über die neuesten Trends in Sachen Spendenakquise und Mobilisierung im Netz auszutauschen.
Fotos: Holger Gross www.lichtbildkunst.de
Das Ganze funktionierte nach dem BarCamp-Prinzip: Im Stundentakt fanden in den verschiedenen Räumen wechselnde Sessions statt. Welche Themen dort diskutiert werden, schlagen die Teilnehmer selbst vor. Es gibt keinen Frontalunterricht, sondern lediglich einen Impulsgeber, der eine kurze Präsentation macht, dann reden alle mit.
Auf diese Weise stellten die NPO-Vertreter, Fundraiser und Social-Media-Experten über 30 Sessions selbst auf die Beine. Es ging um Crowd- und Friendfunding, Video, Storytelling, Online-Payment und natürlich die vielen Spielarten der Kommunikation im social web.
Software- und SEO-Fachleute beispielsweise konnten in der Session von Thilo Reichenbach einiges über Suchmaschinenmarketing lernen oder in einer Opensource-Session über die Entwicklung eines CRM-Tools auf Open Source Basis diskutieren.
Dabei musste man kein IT-Fachmann sein, um auf den aktuellen Stand in Sachen Online-Fundrainsing und -Campaingning zu kommen. Im Rahmen einer Gruppenarbeit wurde ein Fundraising-KIT weiterentwickelt, Montoring-Tools, die jeder bedienen kann, vorgestellt oder der Weg zu einer Social Media Policy für NPOs beschrieben. Über besondere Erfolge und Herausforderungen auf Facebook berichtete die Mitorganisatorin des BarCamps, Petra Borrmann von 2aid.org.
Eine eigene Session versammelte die Weltbeweger, die Tickets bei unserer Verlosungsaktion gewonnen hatten. Vom Ein-Mann-Projekt „Eine Fahrraddoku – Junge Deutsche“ über das rasant wachsende studentische Projekt Weitblick bis hin zur internationalen Organisation Common Purpose deckte die Runde die große Vielfalt bürgerschaftlichen Engagements ab. Deutlich wurde, dass für den Kick-off der Projekte punktuelles Fundraising oftmals völlig ausreicht, aber in der Skalierungsphase ein nachhaltiges Fundraisingkonzept die Grundlage bilden muss. Auch wollten die Teilnehmer ihre Social-Media-Aktivitäten ausweiten, um im Dialog mit ihren Unterstützern die Projekte weiterzuentwickeln. Tipps erhielten die Session-Teilnehmer von Camp-Initiatorin Alexa Gröner und dem Weltbeweger-Team.
Dass man über Fundraising2.0 nicht nur sprechen, sondern es direkt anwenden kann, zeigte die Performance der Malerin Etelka Kovacs-Koller. Zu Gunsten des Weltbeweger-Projekts Kunst-Koffer wurde das Kunstwerk unter den Camp-Teilnehmern verlost.











